Fürth Denkmalschutzstadt

Leben und Kultur in der „Sportstadt“ Fürth

114 044 Einwohner, 32 Allgemeinbildende Schulen, 65 Krippen, Horte und Kindergärten, plus 24 altersgemischte Einrichtungen für Kinder und Jugendliche. In Fürth, der zweitgrößten Stadt Mittelfrankens, lobt man die hohe Lebensqualität. Insgesamt 248 Sportanlagen gibt es im Stadt- und Gewerbegebiet. In 70 Vereinen formieren sich ungefähr 30 000 sportbegeisterte Menschen. Zu den jährlich wiederkehrenden Veranstaltungen gehört der 2007 ins Leben gerufene „Metropolmarathon Fürth“, der mit 6000 Läufern vor über 30 000 Zuschauern, das über Jahrzehnte hinweg erarbeitete Image der Stadt Fürth als „Sportstadt“, abermals festigt. 2007 öffnete das „Fürthermare“ seine Pforten – ein Erlebnisbad auf einer riesigen Anlage, das Bäder in Hallen und im Freien, und einen Therme-, Sauna- und Wellnessbereich unter einem Dach vereint, und dessen geplante Erweiterung im Herbst 2011 um den Fitnessbereich „vitamare“ für den Erfolg und eine clevere Standortwahl des Betreibers spricht. Bekanntestes kulturelles Ereignis, ist die „Comödie Fürth“, ein überregional bekanntes Gastspieltheater, dessen Hauptbühne sich im Berolzheimerianum befindet, einem eindrucksvollen Gebäude im Jugendstil, das 1998 und 2008 renoviert und um ein Restaurant, ein Bistro und eine Bar erweitert wurde.

 

„Wissenschaftsstadt“

Im Jahre 2007 ergaben sich für Fürth zwei historisch bedeutsame Anlässe zum Feiern: der 1000jährige Stadtgeburtstag, und die Verleihung des Titels „Wissenschaftsstadt“ als erster bayerischer Kommune. Um den Titel verdient macht sich Fürth durch vier wissenschaftliche (und wirtschaftliche) Schwerpunkte: Industrie, Sicherheit, Neue Materialien und Solartechnologie. Deutschlandweit hat die Stadt und ihr Umkreis in Sachen Solartechnologie die Nase vorn. Die Solarbundesliga listet Fürth auf Tabellenplatz 3 in der Kategorie „Großstädte“ und auf Platz 1 in der Kategorie „Photovoltaik“. Die Stadt Fürth hat die globalisierungsbedingte Krise der 80er und 90er Jahre hochoffiziell hinter sich gelassen, und ist seit der Jahrtausendwende in mehrerlei Hinsicht auf einem Erfolgskurs. Nach München und Freising liegt Fürth im Dienstleistungssektor mit einer Beschäftigungsquote über 42, 4 % (2009) auf Platz 3 in Bayern. Die Firmen Trolli und uvex sports sind in Fürth ansässig, und Playmobil findet sich in unmittelbarer Nähe.
Die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg hat 2006 das Zentralinstitut „Neue Materialien und Prozesstechnik“ (ZMP) in Fürth eröffnet, und die von der Bayerischen Staatsregierung zur Verfügung gestellten Fördermittel sind noch nicht aufgebraucht, was in näherer Zukunft eine Standorterweiterung in Aussicht stellt. Im selben Gebäude, im Gewerbegebiet „Uferstadt“, befindet sich das „Entwicklungszentrum für Röntgentechnik des Frauenhofer Instituts“ (EZRT), und das 2001 gegründete NMF, das Landesforschungszentrum für „Neue Materialien Fürth“, das eng mit der universitären Einrichtung und weiteren nordbayerischen Forschungsinstituten zusammen arbeitet. Das “Frauenhofer Institut” plant einen weiteren Standort im Gewerbegebiet “Golfplatz”. Mit der Privaten Universität der Diakonie Neuendettelsau, ist Fürth im Begriff, sich als Universitätsstadt zu etablieren.

Stadtbild

In den letzten Jahren hat der Baumbestand in Fürth durch das Anlegen von Stadtwäldern, der Bepflanzung des 100 Jahre alten Stadtparks und des 2004 angelegten Südstadtparks zugenommen, weshalb Marketingexperten die Baumstatistik in Fürth stets positiv hervor heben. Ab der Jahrtausendwende hat sich Fürth im Rahmen des Projekts „Soziale Stadt“ die Sanierung und Verschönerung des Stadtbilds zur Aufgabe gemacht, das annähernd 200 Einzelprojekte umfasst und dessen bisherige sichtbar erfolgreiche Verwirklichung vom „Quartiersmanagement Innenstadt Fürth“ in einer Broschüre mit Vorher-Nachher-Bildern dokumentiert worden ist.

 

Denkmalschutz

Was den statistischen Zuwachs an Baugenehmigungen in den letzten Jahren angeht, kann Fürth im Freistaat Bayern einen Rekord verzeichnen, und die Prognosen für einen anhaltenden Boom basieren auf sicheren Daten. Zu den jüngsten Bauprojekten gehören Neubauten an der Peripherie des 2004 auf ehemaligem US-Kasernengebiet entstandenen Südstadtparks. Erkennbarer Trend und häufig umgesetzt, sind auch Auffüllungen von Neubauten inmitten „alter“ Stadtbezirke. Mit ihrem hohen Anteil an denkmalgeschützten Bauten, ist die Stadt attraktiv für Kapitalanleger, denn der Kauf und die Sanierung denkmalgeschützter Eigentumswohnungen wird vom Staat steuerlich honoriert. Denkbar sind Rückerstattungen vom Finanzamt für Sanierungskosten von bis zu einem Drittel der erbrachten Kaufsumme. Ob als Anlage oder als Eigenheim – der Käufer profitiert von der gesetzlichen Denkmal-Afa (Absetzung für Abnutzung).
Freigewordene und zur Bebauung freigegebene Militärflächen der US-Armee, verursachten größtenteils den Bau-Boom in Fürth. Sie schufen Platz, sowohl für Gewerbe (z. B. Monteigh-Barracks), als auch für urbanes Wohnen in Neubauten (z. B. William-O.-Darby-Kaserne), oder Wohnen in den US-Charakter erhaltenden, denkmalgeschützten Siedlungen wie der Dambach-Housing-Area, in der seit 1996 Familien in sanierten, ehemaligen Soldatenwohnungen leben. Auch für die ehemaligen Gewerbeflächen und -gebäude des Quelle-Konzerns, haben sich in Fürth effiziente Lösungen gefunden: 65 begehrte, günstig gelegene Business-Wohnungen, die im Februar 2011 fertig gestellt wurden, sind erst der Anfang des Geschehens auf dem Immobilienmarkt. Laut des Investors, der P&P-Gruppe Bayern, sollen weitere in Angriff genommene Baumaßnahmen vorläufig bis Ende 2012 andauern. Die befürchtete Krise für die Kleeblattstadt nach der Quelle-Insolvenz 2009, konnte erfolgreich abgefedert und gar zu einer Chance, einem Neuanfang umgewertet werden, was sich sowohl für die Stadt als auch für Kapitalanleger bezahlt machen wird.

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